Reiseversicherung · Ratgeber
Eine Reise ist gebucht, die Vorfreude groß – und dann kommt ein Beinbruch dazwischen, ein Koffer geht verloren oder im Ausland steht eine Operation an. Eine durchdachte Reiseversicherung federt genau solche finanziellen Risiken ab. In Österreich werden dabei meist drei Bausteine unterschieden: die Reisestornoversicherung, die Reisekrankenversicherung mit Rücktransport und der Gepäckschutz.
Dieser Ratgeber erklärt, was die einzelnen Bausteine leisten, warum e-card und EHIC im Ausland nur einen Teil abdecken und worauf Sie bei versicherten Stornogründen, Selbstbehalt sowie der Wahl zwischen Einzel- und Jahrespolizze achten sollten.
Reiseschutz wird in Österreich meist modular angeboten. Sie können die Bausteine einzeln oder als Paket abschließen:
Je nach Reiseart und persönlicher Situation sind nicht alle Bausteine gleich wichtig. Für eine Pauschalreise mit hohem Reisepreis steht der Stornoschutz im Vordergrund, für Fernreisen die Krankenversicherung mit Rücktransport.
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Viele Reisende verlassen sich auf die e-card beziehungsweise die EHIC (Europäische Krankenversicherungskarte) auf deren Rückseite. Diese ist innerhalb der EU, des EWR sowie in der Schweiz und in einigen Abkommensstaaten gültig – sie hat aber deutliche Grenzen:
Genau diese Lücken schließt eine private Reisekrankenversicherung. Sie übernimmt typischerweise auch die Kosten in Privatkliniken, organisiert den Rücktransport und steht über eine Notrufzentrale rund um die Uhr zur Verfügung.
Eine Stornoversicherung leistet nicht bei jedem Absagegrund, sondern nur bei den im Vertrag genannten, unvorhersehbaren Ereignissen. Typischerweise versichert sind unter anderem:
Wichtig: Eine bereits bei Buchung bestehende oder absehbare Erkrankung ist in der Regel nicht versichert. Wer eine Reise lieber flexibel halten möchte, sollte prüfen, ob der Tarif eine Stornierung aus jedem Grund bietet – das ist seltener und meist mit einer reduzierten Erstattungsquote verbunden.
Viele Stornotarife sehen einen Selbstbehalt vor – also einen Eigenanteil, den Sie im Schadensfall selbst tragen. Üblich sind 20 Prozent der Stornokosten, oft mit einem Mindestbetrag. Es gibt jedoch auch Tarife ganz ohne Selbstbehalt, die dafür etwas teurer sind.
Achten Sie zusätzlich auf folgende Punkte im Kleingedruckten:
Eine kleine Faustregel: Je früher Sie buchen und je höher der Reisepreis, desto eher lohnt der Stornoschutz – denn die Stornogebühren steigen, je näher der Abreisetermin rückt.
Wie oft Sie verreisen, entscheidet über die wirtschaftlichere Variante:
| Kriterium | Einzelreise-Polizze | Jahres-Polizze |
|---|---|---|
| Geeignet für | eine bestimmte Reise | mehrere Reisen pro Jahr |
| Geltung | nur die gebuchte Reise | alle Reisen im Versicherungsjahr |
| Reisedauer | frei für die Reise | meist je Reise begrenzt (z. B. bis 4–8 Wochen) |
| Kostenlogik | oft Prozentsatz des Reisepreises | fixer Jahresbeitrag |
Als grobe Orientierung gilt: Wer mehr als zwei- bis dreimal pro Jahr verreist, fährt mit einer Jahrespolizze häufig günstiger. Achten Sie bei Jahrestarifen auf die maximale Dauer je Einzelreise und darauf, ob Familien oder mitreisende Kinder eingeschlossen sind.
Neben dem Storno vor Reiseantritt deckt ein Reiseabbruch-Baustein den Fall ab, dass Sie eine bereits begonnene Reise vorzeitig beenden oder verlängern müssen – etwa weil Sie selbst erkranken oder ein naher Angehöriger zu Hause schwer erkrankt. Ersetzt werden dann üblicherweise die anteiligen, nicht genutzten Reisekosten sowie zusätzliche Mehrkosten für die vorzeitige Rückreise.
Ein in der Praxis sehr wertvoller Bestandteil vieler Tarife ist der Assistance-Service über eine 24-Stunden-Notrufzentrale. Diese hilft im Ernstfall mit Leistungen wie:
Gerade auf Fernreisen ist diese organisatorische Hilfe oft genauso entscheidend wie die reine Kostenübernahme – denn im Notfall im Ausland fehlen meist Ortskenntnis, Sprache und Verbindungen, um eine geeignete Behandlung oder einen sicheren Transport selbst zu organisieren. Achten Sie daher darauf, dass die Notrufnummer rund um die Uhr und möglichst auch in deutscher Sprache erreichbar ist.
Für Familien gibt es eigene Tarife, die Eltern und Kinder gemeinsam absichern – häufig zu einem günstigeren Gesamtbeitrag als mehrere Einzelpolizzen. Prüfen Sie dabei, bis zu welchem Alter Kinder mitversichert sind und ob die Stornosumme für die gesamte Familienreise ausreicht.
Wer beruflich oder privat sehr viel unterwegs ist, sollte zusätzlich auf folgende Punkte achten:
Eine Faustregel zur Beitragshöhe: Stornotarife orientieren sich häufig am Reisepreis (oft im einstelligen Prozentbereich), Jahres-Krankenschutz-Tarife liegen je nach Geltungsbereich und Alter meist in einem moderaten zwei- bis dreistelligen Eurobereich pro Jahr. Die genauen Beiträge unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter deutlich, weshalb sich ein Vergleich lohnt.
Bevor Sie sich für einen Tarif entscheiden, lohnt ein prüfender Blick auf einige Eckpunkte:
Bewahren Sie im Schadensfall alle Belege auf, melden Sie Diebstahl bei der Polizei und Gepäckschäden bei der Fluglinie, und kontaktieren Sie bei medizinischen Notfällen zuerst die Notrufzentrale Ihres Versicherers.